Der Leistungssport, basierend auf binären Geschlechtervorstellung, ist ein besonders aktuelles Feld wenn es um Geschlechterfragen, Diskriminierung und Heteronormativität geht. Besonders der Diskurs um intergeschlechtliche Sportler:innen verdeutlicht das Dilemma zwischen Chancengleichheit und Diskriminierungsarmut. Regelungen sollen dafür sorgen, dass in Wettkämpfen natürliche Körper mit ähnlichen physiologischen Voraussetzungen gegeneinander antreten, um Spannung und Ergebnisoffenheit zu generieren. Dem gegenüber steht gegenüber ein selektiver, diskriminierender Umgang mit Intergeschlechtlichen Sportler:innen, zB. durch hormonsenkende Behandlungen und Geschlechtstests. Aus der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Geschlechtertests zur Einteilung in Leistungsklassen und dem damit verbundenen Scheitern zeigt sich die Komplexität von Geschlecht und die Inkompatibilität der sozial geschaffenen Grenzen der Binarität. So stellt sich die Legitimation von Diskriminierung durch Chancengleichheit als umstritten heraus, was durch die Debatte um die Existenz von Chancengleichheit im Sport verdeutlicht wird. Daher ist es notwendig sich mit dem Spannungsfeld zwischen Spitzensport und Intergeschlechtlichkeit auseinanderzusetzen und die bestehe Heteronormativität im Sportsystem zu hinterfragen. Die daraus entstehenden Grenzen des aktuellen Sportsystems bringen das Interesse nach alternativen Möglichkeiten mit sich. Denn das vorhandene Dilemma zwischen Fairness, Chancengleichheit und diskriminierungsfreier Teilhabe Aller kann bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht gelöst werden. So lässt sich zwar zeigen, dass sich immer mehr Sportorganisationen um Diskriminierungsfreiheit bemühen, die Problematik der binären Leistungsklassen und Hierarchisierung der Geschlechter jedoch so grundlegend in der Organisationsstruktur verankert ist (Krämer, 2020 B, S. 19), dass ein Umdenken des Sports auf struktureller Ebene notwendig erscheint.