Das Dopingverfahren um die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein beschäftigt die Gerichte nunmehr seit Jahren – und auch nach Pechsteins erfolgreicher Verfassungsbeschwerde ist noch kein Prozessende in Sicht. Dabei hat die Prozesssaga die Debatte um die Verfahrensgleichheit zwischen Verbänden und Athleten in sportrechtlichen Streitigkeiten und der Rechtsstaatlichkeit solcher Verfahren erneut angefacht. Während hierbei vor allem die Abwahl der staatlichen Gerichtsbarkeit zugunsten der Gerichtsbarkeit des internationalen Sportgerichtshofs im Mittelpunkt stand, nimmt der Beitrag einen anderen Blickwinkel ein: Untersucht wird schwerpunktmäßig das besondere Spruchkörperbesetzungsverfahren als mögliches Einfallstor für (einseitige) Einflussnahme und unmittelbaren Anknüpfungspunkt für die Ermittlung der institutionellen Unabhängigkeit des internationalen Sportgerichtshofs.