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Veranstaltungsreihe "Recht interdisziplinär"

In der in Kooperation mit dem Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgerichteten Veranstaltungsreihe "Recht interdisziplinär" kommen Rechtswissenschaftler:innen mit Wissenschaftler:innen anderer Disziplinen oder gesellschaftspolitischen Akteuren über aktuelle gesellschaftliche Fragen ins Gespräch. Die meisten Aufzeichnungen der vergangenen Veranstaltungen sind auch danach noch über den YouTube-Kanal von Recht interdisziplinär verfügbar.

05. Mai 2026: Allgemeines Persönlichkeitsrecht - im Spannungsfeld digitaler Kommunikationsplattformen 

Am 05. Mai 2026 wird ab 18:30 (s.t.) die achte Veranstaltung aus der Reihe Recht Interdisziplinär der Göttinger Rechtszeitschrift in Zusammenarbeit mit dem Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes unter dem Thema „Allgemeines Persönlichkeitsrecht - im Spannungsfeld digitaler Kommunikationsplattformen“ hybrid im Raum ZHG 104 stattfinden.

Wie tragfähig sind die klassischen Schutzinstrumente des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts noch in einer digitalen Öffentlichkeit, die durch Geschwindigkeit, enorme Reichweiten und stetig wachsende technische Manipulationsmöglichkeiten geprägt ist? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt einer interdisziplinären Podiumsdiskussion, die sich mit den Herausforderungen auseinandersetzt, vor die soziale Medien und digitale Kommunikationsräume das Recht heute stellen.

Der digitale Raum bringt eine Vielzahl neuer Problemlagen mit sich: rechtswidrige Inhalte, algorithmisch verstärkte Dynamiken und die rasante virale Verbreitung von Informationen verändern die Bedingungen öffentlicher Kommunikation grundlegend. Gleichzeitig treten neue Akteure auf den Plan, etwa Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, die dazu beitragen, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zunehmend zu verwischen. Diese Entwicklungen führen dazu, dass Verletzungen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts und anderer Schutzrechte sich nicht nur schneller manifestieren, sondern sich mit wachsender Verbreitung auch erheblich intensivieren – oftmals, bevor sie rechtlich oder technisch wirksam abgewehrt werden können.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage, ob bestehende Abwehrmechanismen noch ausreichen oder ob angesichts dieser tiefgreifenden Veränderungen neue Instrumente erforderlich sind. Die Diskussion nimmt dabei insbesondere die Rolle der unterschiedlichen Akteure in den Blick und fragt, welchen Beitrag Recht, Plattformen, Technologieanbieter und Nutzer*innen jeweils zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten können.

Es diskutieren Prof. Christian Stöcker (Professor für digitale Kommunikation an der HAW Hamburg), Vivian Treibst, LL.M. (Rechtsanwältin für Medien- und Urheberrecht bei WBS Legal), sowie Dr. Konstantin Peveling (Bereichsleiter für Medienpolitik beim Bitkom e.V.). Gemeinsam bringen sie Perspektiven aus Wissenschaft, anwaltlicher Praxis und Interessenvertretung der Digitalwirtschaft in den Dialog ein.

Die Veranstaltung lädt dazu ein, zentrale Fragen unserer digitalen Gegenwart zu reflektieren und gemeinsam zu diskutieren, ob und wie das Allgemeine Persönlichkeitsrecht den Herausforderungen einer vernetzten Öffentlichkeit gerecht werden kann. Für das Publikum vor Ort sowie im Livestream wird die Möglichkeit bestehen, Fragen an die Referenten zu stellen. Bei der Veranstaltungsorganisation sind uns Aspekte der gesellschaftlichen Diversität sehr wichtig, sodass wir stets weiblich wie männlich gelesene Referent*innen gleichermaßen anfragen.Letztlich hängt die konkrete Zusammensetzung des Podiums von Interesse und insbesondere den zeitlichen Kapazitäten dieser Personen ab. Link zum Livestream: Hier gehts zum Livestream.

20. Juni 2024: KI-Assistenzsysteme – Interdisziplinäre Perspektiven

Am 20. Juni 2024 wird ab 18:00 (s.t.) die siebte Veranstaltung aus der Reihe Recht Interdisziplinär der Göttinger Rechtszeitschrift in Zusammenarbeit mit dem Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes unter dem Thema „KI-Assistenzsysteme – Interdisziplinäre Perspektiven“ hybrid im Raum ZHG 102 stattfinden.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Erörterung der aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen von KI-Assistenzsystemen in verschiedenen Fachbereichen. Einerseits sollen Entwicklungen im Bereich der KI-basierten Richterassistenz dargestellt werden. Professor Philipp Reuß (Universität Göttingen) sowie Tilman Dach (Richter, AG Hannover) werden aus Ihrer Perspektive zum „MAKI“-Projekt dahingehend beitragen. Über vergleichbare Entwicklungen in der Medizin wird PD Dr. Martin Leu (Facharzt für Strahlentherapie, UMG) sprechen. Professor Markus Langer (Universität Freiburg) wird zum Thema des Einflusses von künstlicher Intelligenz auf die Entscheidungsfindung berichten. Im Rahmen der Diskussion sollen unter Moderation von Hauke Bock (Wiss. Mitarbeiter, Universität Leipzig) Parallelen, Unterschiede und Erfahrungen zu KI-Assistenzsystemen verglichen sowie kritisch betrachtet werden. Für das Publikum vor Ort sowie im Livestream wird die Möglichkeit bestehen, Fragen an die Referenten zu stellen. Bei der Veranstaltungsorganisation sind uns Aspekte der gesellschaftlichen Diversität sehr wichtig, sodass wir stets weiblich wie männlich gelesene Referent*innen gleichermaßen anfragen.Letztlich hängt die konkrete Zusammensetzung des Podiums von Interesse und insbesondere den zeitlichen Kapazitäten dieser Personen ab. Link zum Livestream: hier.

13. Juni 2022: "Mein Wille, eure Moral" - Patientenautonomie aus rechtlicher und ethischer Perspektive

Die Autonomie des Einzelnen ist (heute) eine wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Moralvorstellungen. Dies gilt insbesondere für die Patientenautonomie. Dennoch sind gesellschaftliche Moralvorstellungen oft Ausgangspunkt für Einschränkungen dieser Autonomie. Deutlich wird dieses Spannungsverhältnis beispielsweise bei der Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe gemäß § 217 StGB, die das Bundesverfassungsgericht 2020 für verfassungswidrig erklärt hat, weil sie gegen das “Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben” verstößt.

Am 13.6.2022 wurde in zwei Einführungsvorträgen dem Thema aus ethischer und rechtlicher Perspektive angenähert. Prof. Alfred Simon, Medizinethiker und unter anderem Vorsitzender der Ethikkommission der UMG, sprach zum Verhältnis von Ethik, Moral und Patientenautonomie aus medizinethischer Sicht. Prof. Gunnar Duttge, Abteilung für strafrechtliches Medizin- und Biorecht, referierte zur Reichweite und Grenzen einer “Moralisierung” der Patientenautonomie aus (straf-) rechtlicher Sicht. Im anschließenden von Sabine Klostermann moderierten Gespräch wurden die angesprochenen Fragen vertieft und diskutiert.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist hier abrufbar. Einen Veranstaltungsbericht finden Sie in der GRZ 1/2022.

3. November 2021: 70 Jahre Bundesverfassungsgericht - Verfassungsgerichtsbarkeit auf dem Prüfstand

Am 3. November 2021 fand die dritte digitale Podiumsdiskussion aus der Reihe “Recht interdisziplinär” statt. Ein anregendes und aufschlussreiches Gespräch führten BVR Prof. Dr. Andreas Paulus, BVR a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dieter Grimm, LL.M. (Harvard), Bundesjustizministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Dr. Thomas Darnstädt. Moderiert wurde von PD Dr. Sina Fontana, MLE.

Eine Aufzeichnung des Livestreams ist weiter verfügbar. Einen Veranstaltungsbericht finden Sie in der GRZ 2/2021.

18. Mai 2021: Macht Recht ungleich? - Wie Recht Vermögen schafft und verteilt?

Am 18. Mai 2021 fand die zweite Veranstaltung aus der Reihe “Recht interdisziplinär” statt. Sie nahm sich das aufsehenderregende Buch "Der Code des Kapitals" zum Anlass darüber zu diskutieren, ob Recht ungleich macht.

Nach einem Impulsvortrag von der Autorin Prof. Dr. Katharina Pistor diskutierte sie zusammen mit dem Zivilrechtler Prof. Dr. Gerald Spindler und dem Ökonom und „Wirtschaftsweise“ Prof. Dr. Achim Truger über Ursachen, aber auch Lösungsmöglichkeiten der ungleichen Vermögensverteilung. Moderierend begleitet wurde die Diskussion vom Verfassungsrechtler Prof. Dr. Alexander Thiele.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie hier abrufen. Einen Veranstaltungsbericht finden Sie in der GRZ 1/2021.

9. November 2020: Beschleunigter Stillstand - Gesetze einer Pandemie

Am 9. November 2020 begrüßten wir Prof. Dr. Hartmut Rosa und Prof. Dr. Angela Schwerdtfeger zur digitalen Podiumsdiskussion. Moderiert von Dipl.-Jur. Laura Wanner kamen unsere Gäste über die Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesellschaft und den Staat sowie auf ihre Interaktion miteinander ins Gespräch. Die Veranstaltung bildete zugleich den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Recht interdisziplinär“.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist nicht mehr verfügbar. Einen Veranstaltungsbericht finden Sie jedoch in der GRZ 2/2020.